Über 300 km, rund 3800 hm, 13 Stunden und mehr im Sattel. Das ist keine Runde, die man spontan zwischen Frühstück und Abendessen schiebt. Hier steht, was man vorher wissen sollte.
Wo du einsteigst, ist dir überlassen. Die Regeln verlangen nur eine geschlossene Runde im Uhrzeigersinn, Start ist gleich Ziel. Die Kilometerangaben auf dieser Seite zählen ab Überherrn, weil man irgendwo anfangen muss zu zählen: rechne sie auf deinen eigenen Startpunkt um.
Wann fahren
- Am besten zwischen Anfang Juni und Mitte August.
- Möglichst Samstag. Sonntags sind Läden und Bäckereien auf der Strecke fast durchgängig zu, und die Lücken sind ohnehin lang genug.
- Im Juni geht die Sonne gegen 05:30 Uhr auf und gegen 21:40 Uhr unter. Wer um 06:00 Uhr startet, fährt den ganzen Tag im Hellen.
- Mitte August sieht das anders aus: Sonnenaufgang erst 06:25 Uhr, Sonnenuntergang schon 20:50 Uhr, richtig dunkel ab 21:30 Uhr. Bei 13 Stunden Fahrzeit plus Pausen wird es hinten raus knapp. Licht gehört ab August ins Gepäck, auch wenn du glaubst, es nicht zu brauchen.
Wo anfangen
Für die Runde selbst gibt es keinen vorgeschriebenen Startpunkt. Du steigst ein, wo es dir passt, fährst im Uhrzeigersinn einmal herum und hörst da auf, wo du angefangen hast. Praktisch ist ein Einstieg dort, wo du parken kannst und wo es früh morgens schon etwas zu kaufen gibt, also eher Saarbrücken, Homburg, Mettlach oder Überherrn als ein Dorf im Saargau.
Nur für die gemeinsame Ausfahrt liegt der Punkt fest: Treffpunkt ist der Sportplatz in Altforweiler (Überherrn), Parkplätze sind da und kostenlos. Angereist wird dorthin praktisch mit dem Auto, ein Bahnhof liegt nicht in Laufweite.
Versorgung unterwegs
Die Strecke führt über weite Abschnitte durch dünn besiedeltes Gebiet. Dörfer gibt es genug, Läden nicht. Zwei Lücken sind so lang, dass man sie planen muss:
- km 16 bis 44, der Saargau: 28 km ohne jeden Laden. Zwischen Hemmersdorf und Hellendorf reihen sich Fürweiler, Gerlfangen, Oberesch, Biringen, Silwingen, Büdingen, Wellingen, Wehingen und Tünsdorf aneinander, und in keinem davon gibt es etwas zu kaufen. In Hemmersdorf voll auffüllen.
- km 60 bis 81, das Saartal um Freudenburg: gut 20 km. Dazwischen liegt nur der Brunnen in Kirf (km 71). Wer mag, macht in Orscholz einen Abstecher von knapp 2 km zum Lidl.
Danach wird es entspannter, die größte verbleibende Lücke sind 15 km zwischen Britten (km 91) und Weiskirchen (km 106).
Die verlässlichen Anlaufstellen, alle samstags offen:
- km 16 Hemmersdorf: Bäckerei Benzschawel, dazu drei Brunnen im Ort.
- km 51 Perl und Schengen: hier gibt es alles. Aldi, Rewe, Penny, Lidl, Norma, mehrere Tankstellen, auf Luxemburger Seite Delhaize.
- km 58 Besch, km 60 Nennig: Aldi direkt am Weg. Über die Brücke nach Remich sind es 1,3 km, dort Cactus und ein gutes Dutzend Tankstellen.
- km 82 Mettlach: Bäckerei Marxen (Sa 06 bis 18 Uhr), Wasgau, Aldi, Netto, Tankstelle. Der beste Halt der ersten Hälfte.
- km 106 Weiskirchen: Netto, Bäckerei, Tankstelle, Brunnen. Liegt gut 200 m abseits, lohnt sich trotzdem.
- km 124 Nonnweiler und Otzenhausen: Rewe, Penny, Netto, Bäckerei Spindler, Tankstelle ab 06 Uhr.
- km 135 Türkismühle: Edeka, Netto, Bäckerhaus Ecker, Tankstelle ab 06 Uhr.
- km 148 Freisen: Lidl, Aldi, Edeka, gleich mehrere Bäckereien ab 06 Uhr, Aral ab 05:30 Uhr.
- km 185 Homburg: Kaufland direkt an der Strecke, dazu so ziemlich alles andere.
- km 198 Blieskastel: Lidl, Rewe, Edeka, Netto, Bäckereien, Tankstellen.
- km 243 Saargemünd: Leclerc, Carrefour City, mehrere Boulangerien, Esso rund um die Uhr.
- km 254 bis 262 Saarbrücken: ab hier mehrere Tankstellen und Rewe-To-Go-Läden rund um die Uhr. Der Rest der Runde ist versorgungstechnisch unkritisch.
- km 298 Überherrn: Rewe, Lidl, Aldi, Bäckerei, Aral. Kurz vor Schluss.
Trinkbrunnen liegen unter anderem in Niedaltdorf (km 13), Hemmersdorf (km 16, gleich drei), Sehndorf (km 50), Nennig (km 59), Kirf (km 71), Weiskirchen (km 106), Nonnweiler (km 123), Freisen (km 147), Altheim (km 209), Saargemünd (km 243), Saarbrücken (km 259) und St. Nikolaus (km 283).
Zwei Flaschen mit 500 bis 800 ml tragen je nach Wetter 30 bis 60 km. Vor dem Saargau heißt das: beide voll, und zwar wirklich voll.
Hitze, Schatten und Wind
- Saargau (km 16 bis 44) und Bliesgau (km 200 bis 240) sind die Hitzeabschnitte. Offenes Gelände, kaum Schatten, im Hochsommer steht man da mittags ungeschützt in der Sonne.
- Der Hochwald (km 85 bis 135) ist dagegen angenehm schattig. Dafür stecken dort die meisten Höhenmeter.
- Wind ist überall dort ein Thema, wo es offen ist, also vor allem in denselben Abschnitten. Eine Vorzugsrichtung gibt es nicht, das entscheidet der Tag.
Sonnencreme gehört deshalb genauso ins Gepäck wie das Licht, und die Trinkmenge orientiert sich an der Temperatur, nicht an der Gewohnheit.
Wenn es nicht mehr geht
Die Strecke lässt sich an vielen Stellen per Bahn abbrechen. Direkt am Weg liegen unter anderem Hemmersdorf (km 16), Perl (km 52), Besch (km 56), Nennig (km 60), Mettlach (km 84), Türkismühle (km 135), Nohfelden (km 137), die Halte der Ostertalbahn zwischen km 152 und 165, Homburg Hbf (km 185), Bierbach (km 195), Lautzkirchen (km 197), Saargemünd (km 243), Kleinblittersdorf (km 250), Saarbrücken Hbf (km 260) und Luisenthal (km 267).
Zwei Abschnitte haben keinen Bahnanschluss:
- km 84 bis 135, gut 50 km quer durch den Hochwald.
- km 197 bis 243, der Bliesgau zwischen Blieskastel und Saargemünd.
Wer dort aussteigt, braucht jemanden, der ihn holt. Das Handy sollte also noch Saft haben, siehe unten.
Was mitgehört
- Licht, vorne und hinten. Ab August Pflicht, im Juni die Versicherung gegen den Platten um 20 Uhr.
- Akkupack für Tacho und Handy. 13 Stunden Aufzeichnung schafft kaum ein Gerät aus eigener Kraft, und ohne Aufzeichnung keine Hall of Fame.
- Bargeld. Dorfläden, Brunnen-Bäckereien und französische Boulangerien nehmen nicht überall Karte.
- Zwei Flaschen, siehe oben.
- Flickzeug, Ersatzschlauch, Minitool. Zwischen km 16 und 44 kommt kein Radladen, und auch sonst selten einer.
- Sonnencreme für die offenen Abschnitte.